Samaria-Schlucht – Kretas Naturwunder der Extraklasse
Die Samaria-Schlucht ist nicht einfach nur eine Wanderung – sie ist ein Mythos, ein Abenteuer, ein unvergessliches Erlebnis. Als längste Schlucht Europas und Herzstück des gleichnamigen Nationalparks zieht sie jedes Jahr tausende BesucherInnen an, die die wilde Seite Kretas hautnah erleben möchten. Wer einmal in ihre Tiefen hinabsteigt, spürt sofort, warum dieser Ort für viele zum heiligen Gral des Wanderns gehört: Die Kombination aus dramatischer Landschaft, uralten Legenden und unvergleichlicher Naturkraft macht jeden Schritt zu etwas Besonderem. Viele berichten noch Jahre später davon, wie sehr sie die Atmosphäre zwischen den Felsgiganten berührt hat – ein Gefühl, das man kaum in Worte fassen kann.
Ein Naturmonument voller Kontraste
Über 16 Kilometer erstreckt sich die Schlucht vom Omalos-Plateau bis hinunter ans Libysche Meer – ein Weg, der nicht nur landschaftlich beeindruckt, sondern auch eine Reise durch die geologische Geschichte Kretas ist. Schon beim Start auf 1.200 Metern Höhe eröffnet sich ein spektakulärer Blick in die Tiefe: steile Felswände, frische Bergluft, Pinienduft und die ersten schmalen Pfade.
Je weiter man hinabsteigt, desto eindrucksvoller wird die Szenerie. Die Schlucht verwandelt sich ständig – von weit und offen bis zu eng und dramatisch, mit Felswänden, die bis zu 500 Meter in die Höhe ragen. Immer wieder bieten kleine Rastplätze Gelegenheit, innezuhalten und die Stille der Natur zu genießen.
Besonders legendär ist das „Eiserne Tor“: eine nur drei Meter breite Passage, in der die Felsen fast senkrecht emporragen. Ein magischer Moment, in dem man die rohe Kraft der Natur beinahe körperlich spürt.
Tierwelt & duftende Kräuter
Neben der atemberaubenden Geologie ist die Samaria-Schlucht ein Refugium für seltene Tier- und Pflanzenarten. Mit etwas Glück begegnet man den scheuen Kri-Kri-Ziegen, die weltweit nur auf Kreta vorkommen. Auch Adler und andere Greifvögel ziehen hier majestätisch ihre Kreise.
Entlang des Weges begleiten einen die intensiven Düfte von Thymian, Oregano, Salbei und Diktamo – ein aromatisches Highlight, das die Wanderung noch eindrucksvoller macht. Die Kräuter wachsen oft direkt am Wegesrand und erfüllen die Schlucht mit einem unverwechselbaren mediterranen Aroma.
Geschichte & Kultur im Schatten der Felsen
Auf etwa halber Strecke passiert man das verlassene Dorf Samaria, ein Ort voller Geschichten. Die alten Steinhäuser und verwitterten Kapellen erzählen von einem Leben, das einst abgeschieden und zugleich eng mit der Schlucht verbunden war. Über Jahrhunderte diente sie Hirten und Widerstandskämpfern als Zufluchtsort – ein weiterer Grund, warum sie tief in der kretischen Kultur verankert ist.
Die Wanderung – Herausforderung & Belohnung
Länge: ca. 16 km (plus ca. 2 km bis Agia Roumeli
Dauer: 5–7 Stunden je nach Tempo
Startpunkt: Xyloskalo (Omalos-Plateau)
Endpunkt: Agia Roumeli, nur zu Fuß oder per Boot erreichbar
Die Wanderung ist anspruchsvoll, aber nicht technisch schwierig. Gute Wanderschuhe, Sonnenschutz, Snacks und ausreichend Wasser sind Pflicht. Besonders der stetige Abstieg fordert Knie und Kondition – wird jedoch mit immer neuen, atemberaubenden Ausblicken belohnt. Wer früh startet, erlebt die Schlucht im mystischen Morgenlicht, wenn die Felsen rosarot schimmern und die Temperaturen angenehm sind.
Am Ende wartet die ultimative Belohnung: das türkisfarbene Libysche Meer. Viele gönnen sich hier eine Pause oder springen – als krönenden Abschluss – direkt ins kühle Wasser. Die kleine Siedlung Agia Roumeli bietet zudem Tavernen, in denen man sich mit einem wohlverdienten Essen stärken kann.
Anreise & Rückweg
Die Tour lässt sich perfekt als Tagesausflug organisieren:
Hin mit dem Bus oder Auto nach Omalos
Rückfahrt per Boot von Agia Roumeli nach Chora Sfakion oder Sougia
Von dort weiter mit dem Bus oder Taxi zurück
So wird die Schlucht zur perfekten Kombination aus Gebirge und Meer – ein Kontrast, wie ihn nur Kreta bietet.
Fazit: Die Königin der Schluchten
Die Samaria-Schlucht ist mehr als nur ein Wanderweg – sie ist ein Naturwunder, das Körper und Seele gleichermaßen fordert und belohnt. Wer einmal durch die „Königin der Schluchten“ gegangen ist, wird verstehen, warum sie für viele das ultimative Kreta-Erlebnis darstellt.
Tipp: Früh starten, um die Hitze zu meiden und die nahezu magische Stille am Morgen zu genießen. Dann gehört dir die Schlucht (fast) ganz allein.
Erlebe die Magie der Samaria-Schlucht in Bildern:







